Aktuell

Medienmitteilung zum nationalen Zukunftstag vom 9. November

Schulkinder entdecken ihre Talente

Am 9. November, dem Nationalen Zukunftstag, können Jugendliche wiederum die Vielfalt des Berufslebens kennenlernen. Unter dem Motto «Seitenwechsel» begleiten Schüler und Schülerinnen ihre Eltern einen Tag lang im Betrieb oder nehmen an einem Spezialprojekt teil. Praktische Einblicke in Bau, Technik, Informatik, Schreinerei, Landwirtschaft und Waldberufe, Betreuung, Pflege, soziale Arbeit, Veterinärmedizin, Schulwesen, Coiffure und Ergotherapie sind garantiert.

Bei ihrer Berufswahl beschränken sich Mädchen und Buben nach wie vor auf wenige geschlechtstypische Berufe und lassen unzählige Arbeitsbereiche ausser Acht. Klassische Rollenbilder verharren in ihren Köpfen und hindern sie daran, ihre persönlichen Talente zu entfalten.

Hier setzt der Zukunftstag an: Mädchen und Jungen der 5. bis 7. Klasse sind eingeladen, einen Seitenwechsel zu wagen und untypische Berufswege sowie Lebensentwürfe zu erkunden. Der Zukunftstag sensibilisiert Schulkinder für eine offene Berufswahl und ermutigt sie, ihre eigenen Interessen auszuloten.

Die 12-jährige Elena erfährt an der Schleifmaschine, wie man einer Kante den richtigen Winkel verleiht. Ihre Bilanz: «Am Anfang hatte ich schon Respekt vor den Maschinen, aber das hat sich schnell gelegt. Besonders das Schweissen hat mir Spass gemacht. Und am Schluss durfte ich einen selbst gemachten Kerzenständer nach Hause nehmen.»

Leon (11) verbringt den Tag in einer Kita. Nach dem Mittagessen liest er den Kleinkindern aus einem Märchenbuch vor und begleitet sie in den Mittagsschlaf.

Spezialprojekte eröffnen Perspektiven

Im Spezialprojekt «Mädchen–Technik–los!» steuern Mädchen komplexe Maschinen

In den Spezialprojekten verbringen junge Menschen gruppenweise den Tag mit Fachpersonen, die sie an die jeweiligen Berufe heranführen und ihre Fragen beantworten: «Mädchen–Technik–los!», «Mädchen–Informatik–los!», «Mädchen–bauen–los!», «Ein Tag als Schreinerin», «Ein Tag als Landwirtin», «Mädchen entdecken Waldberufe» und für Knaben «Ein Tag als Profibetreuer», «Ein Tag als Profipfleger», «Abenteuer Schule geben», «Ein Tag in der sozialen Arbeit», «Ein Tag als Tierarzt», «Ein Tag als Coiffeur» und «Ein Tag als Ergotherapeut».

Die Spezialprojekte werden unterstützt von: CURAVIVA Verband Heime und Institutionen Schweiz, Verband Kinderbetreuung Schweiz kibesuisse, Baukader Schweiz, Schweizerischer Baumeisterverband SBV, ICT Berufsbildung Schweiz, Swissmem, Schweizerische Akademie der Technischen Wissenschaften SATW, Swiss Engineering STV, Swico, Schweizer Gewerbeverband sgv, OdA AgriAliForm, Verband Schweizerischer Schreinermeister und Möbelfabrikanten, Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein SIA, AM Suisse, Codoc, coiffureSUISSE, Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte GST und EVS/ASE ErgotherapeutInnen-Verband Schweiz.

Der Zukunftstag ist ein Projekt der Gleichstellungsfachstellen und -kommissionen der Kantone AG, AR, BE, BL, BS, FR, GE, GL, GR, LU, NE, SG, SZ, TI, UR, VS, ZG und ZH sowie der Stadt Bern, der Stadt Zürich und des Fürstentums Liechtenstein. Er wird vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI finanziell unterstützt.

Kontakt und detaillierte Auskünfte zu den Projekten:
www.nationalerzukunftstag.ch,
Isabelle Santamaria-Bucher, Geschäftsführerin, Telefon 041 710 40 06,
i.santamaria(Replace this parenthesis with the @ sign)nationalerzukunftstag.ch

Informationen zu den Angeboten in den einzelnen Kantonen erhalten Sie bei den kantonalen Fachstellen/Kommissionen für die Gleichstellung von Frau und Mann (www.nationalerzukunftstag.ch/de/zukunftstag/traegerschaft.html).

Medienmitteilung

„Pro Egalität“ unterstützt Unternehmen bei der Gleichstellung

Medienmitteilung der Gleichstellungskommission SZ vom 22. Juni 2017

Anschliessend an die gestrige Sitzung der Schwyzer Gleichstellungskommission (GKSZ) stellte Vanessa Alvarado von der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) das Tool „Pro Egalität“ den Kommissionsmitgliedern und weiteren interessierten Besucher_innen vor.

„Im Gleichstellungsbereich kämpft man häufig gegen Windmühlen“, meinte Vanessa Alvarado zu Beginn ihrer Präsentation. Diese Windmühlen sind häufig darauf aufgebaut, dass viele Personen bei der Gleichstellung der Geschlechter gar kein Problem sehen. Das Tool „Pro Egalität“, das von der FHNW und der Uni Lausanne erstellt wurde, soll hier Abhilfe verschaffen. Es hilft Arbeitgeber_innen dabei, herauszufinden, wo sie bezüglich Gleichstellung stehen und was sie verbessern könnten.

Fragebogen zeigt Probleme auf

Der „Pro-Egalität“-Fragebogen misst dabei die subjektive Wahrnehmung der Mitarbeitenden. Personalverantwortliche können diesen die Umfrage zum anonymen Ausfüllen versenden. Das Gratis-Tool hilft den Arbeitgeber_innen also im Grunde dabei, herauszufinden, wie ihre Angestellten Gleichstellung im Arbeitsumfeld wahrnehmen. Sie erfahren dadurch, wo in ihrem Unternehmen (oder in der Verwaltung) Probleme und somit Handlungsbedarf bestehen.

… und gibt Empfehlungen ab

Beim Fragebogen werden ganz unterschiedliche Bereiche angesprochen, er geht vom Bewerbungsgespräch bis zur Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben. Werden in einem Bereich aufgrund der Antworten der Angestellten Probleme erkannt, so werden im Ergebnis sogleich mögliche Massnahmen empfohlen. Diese Empfehlungen sind für Unternehmen nicht nur in Bezug auf die Gleichstellung der Geschlechter wichtig, sondern sie können ihnen auch dabei helfen, generell die Zusammenarbeit angenehmer und dadurch effizienter zu gestalten.

Kantonale Verwaltung bereits dabei

„Ich hoffe, dass auch möglichst viele Schwyzer Unternehmen das Tool nützen“, meint GKSZ-Präsidentin Doris Beeler, „denn vielen ist gar nicht bewusst, wie viel Handlungsbedarf bestehen kann“. Mit gutem Beispiel voran geht die kantonale Verwaltung. Sie hat bereits einen Account erstellt.

Vanessa Alvarado von der FHNW erklärt, wie „Pro-Egalität“ funktioniert.
Doris Beeler, Präsidentin der Gleichstellungskommission, bedankt sich bei Vanessa Alvarado von Pro Egalität.

Weiterführende Informationen:
Das kostenlose Tool kann online bezogen werden unter www.pro-egalitaet.ch.

Kontakt:
Doris Beeler, Präsidentin GKSZ, 076 539 23 43, dorisbeeler(Replace this parenthesis with the @ sign)bluewin.ch.
Vanessa Alvarado, Gleichstellungsbeauftragte FHNW, +41 78 778 88 99, vanessa.alvarado(Replace this parenthesis with the @ sign)fhnw.ch.

Männer verdienen 20 Prozent mehr

Die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern gehen in der Schweiz nur langsam zurück. Das zeigt die jüngste Erhebung des Bundesamts für Statistik.

Gleiche Arbeit für weniger Geld: Es gibt weiterhin Lohnunterschiede zwischen Mann und Frau, aber sie haben zwischen 2010 und 2014 abgenommen. Der unerklärte Anteil an der Ungleichheit bleibt konstant hoch.

Das zeigt die Schweizerische Lohnstrukturerhebung 2014, die das Bundesamt für Statistik (BFS) am Dienstag veröffentlicht hat. Betrug die Lohnungleichheit zwischen den Geschlechtern in der Privatwirtschaft 2010 durchschnittlich 23,6 Prozent, waren es 2014 noch 19,5 Prozent. Im öffentlichen Sektor blieben die Unterschiede mit 16,6 Prozent praktisch konstant.

Die Differenz zwischen den Geschlechtern lässt sich laut BFS teilweise durch strukturelle Faktoren erklären, beispielsweise durch Unterschiede im Bildungsstand, der Anzahl Dienstjahre oder der ausgeübten Kaderfunktion innerhalb des Unternehmens.

Weiterlesen bei 20min.ch

Frauen verdienen immer noch 15% weniger

Medienmitteilung der Gleichstellungskommission SZ
vom 23. Februar 2017

Morgen Freitag, 24. Februar, findet der Equal Pay Day 2017 statt. Dieser Tag steht sinnbildlich dafür, wie viel länger Frauen im Durchschnitt arbeiten müssen, um auf den gleichen Lohn zu kommen wie Männer. Um die 15.1% Differenz aufzuholen, müssen Frauen also 55 Tage länger arbeiten. Bei der Rente ist die Differenz sogar noch höher: Nur gerade 62.9% der durchschnittlichen Männerrente erhalten Frauen im Schnitt. Der diesjährige Equal Pay Day steht darum unter dem Motto „Damit die Lohnlücke nicht zur Rentenkluft wird“. „Die Lücke ist allerdings leider längst da und um sie zu stoppen, muss nun der Koordinationsabzug im Verhältnis zum Stellenpensum berechnet werden – oder gleich ganz abgeschafft werden“ meint Doris Beeler, Präsidentin der Gleichstellungskommission, „dass die Renten von vielen Frauen, die ihr Leben lang ein riesiges Pensum an Care-Arbeit geleistet haben, nicht existenzsichernd sind, darf nicht länger sein“.

Zudem muss das Problem auch an der Wurzel angepackt werden. Unsere Gesellschaft betrachtet nach wie vor Männer als „Ernährer“ und ihnen werden generell eher höhere Löhne zugestanden, typische Frauenberufe werden grundsätzlich schlechter bezahlt und familienergänzende Kinderbetreuungsangebote fehlen immer noch zu oft.

Mehr Infos:
www.equalpayday.ch

Kontakt:
Doris Beeler, Präsidentin GKSZ, 076 539 23 43, dorisbeeler(Replace this parenthesis with the @ sign)bluewin.ch
Roland Tschäppeler, Vizepräsident GKSZ, 078 748 90 90, r.a.tschaeppeler(Replace this parenthesis with the @ sign)bluewin.ch

Rückblick auf den Zukunftstag 2016

Spezialprojekte

Schweizweit sowie im Fürstentum Liechtenstein führten 660 Betriebe, Fach- und Hochschulen Spezialprojekte durch. Insgesamt wurden 5‘136 Projektplätze angeboten, wovon 3‘297 Plätze für die Mädchen und 1‘839 Plätze für die Buben reserviert waren (rund 10% Steigerung gegenüber 2015).

Von Jahr zu Jahr nehmen der Bekanntheitsgrad der Spezialprojekte und die Nachfrage von Schnupperplätzen zu, was sehr erfreulich ist. Dies führt dazu, dass das Angebot an Projektplätzen alljährlich ausgebaut werden darf. Um dieser Nachfrage gerecht zu werden und den Zukunftstag stetig weiterzuentwickeln, wurde dieses Jahr in Zusammenarbeit mit AM Suisse im Bereich Metallbau erfolgreich ein neues Angebot für Mädchen lanciert. Thomas Zimmermann, Leiter des Fachverbands Metallbau AM Suisse, hat grosses Interesse am Zukunftstag bekundet. Er erkennt das Potential, welches der Zukunftstag mit sich bringt, wie er auch in Gesprächen immer wieder beteuert hat.
Die Knaben durften neu einen Seitenwechsel als Coiffeur wagen. Trotz Unterstützung des Verbands Coiffure Suisse, konnten leider nur wenige Coiffeurgeschäfte (13 Unternehmen) für das Projekt gewonnen werden. Nach dem Zukunftstag kam der Zentralpräsident des Verbands, Damien Ojetti, zum Ergebnis, dass der Aufwand unterschätzt wurde und es nächstes Jahr zusätzliche personelle Ressourcen bedarf, da die Anzahl teilnehmender Geschäfte gesteigert werden kann. Die Resultate der sorgfältig zu prüfenden Evaluationsbögen werden über die Weiterführung des Projekts entscheiden. In der Zwischenzeit erreichte die Geschäftsstelle jedoch bereits eine Rückmeldung des Coiffeurgeschäfts Capelli Beauty Academy: 16 Jungs nahmen hochmotiviert am Projekt teil. Von früh bis spät wurde frisiert, gewaschen und geschnitten. Daher hat Capelli Beauty Academy für nächstes Jahr bereits einer erneuten Durchführung zugestimmt.

Auch zum ersten Mal durften die Jungen die Arbeit in der Betreuung behinderter Menschen erproben. Der Berufsverband Zodas hat die Lancierung tatkräftig mit der Akquisition von Projektplätzen unterstützt. Dank des erfolgreichen Projektstarts in der Zentralschweiz wird nun zusammen mit Zodas über die schweizweite Lancierung diskutiert.

Der Verband Schweizerischer Schreinermeister und Möbelfabrikanten (VSSM) konnte sich dieses Jahr dank zusätzlichen Ressourcen wieder mehr für den Zukunftstag engagieren. Daniel Schnyder, Leiter Marketing des VSSM beteuert: «Der VSSM erachtet den Zukunftstag als grosse Chance für die Nachwuchsgewinnung sowie Frauenförderung und wird den Anlass auch im 2017 wieder unterstützen.»

Im Kanton Genf wurden erfolgreich die Spezialprojekte «Ein Tag als Paläontologin» für 30 Mädchen und «Sprachen und Kulturen erleben» für 15 Buben lanciert. Die Plätze waren innert kürzester Zeit ausgebucht und das Interesse der Jugendlichen war gross.

Die diversen Mädchenprojekte wurden ausgebaut, es konnte eine beeindruckende Steigerung von 76 auf 275 Plätzen erzielt werden. Im Kanton Baselland schlüpften die Schülerinnen beispielsweise in die Rolle einer Forstwartin, in Bern entdeckten die Mädchen die Aufgabenbereiche der Berufsfeuerwehr und erprobten ihr Talent als Musikproduzentin. In Zürich organisierte das Tonhalle-Orchester ein Spezialprojekt. Die Schülerinnen wurden selbst zu Dirigentinnen und erlebten aus eigener Hand die Teilnahme an einem Konzert. Bei den Spezialprojekten für Mädchen erhielt dieses Jahr besonders das Informatik-Angebot von Google grosse Aufmerksamkeit. Das Programm war innerhalb kürzester Zeit ausgebucht und dies trotz Erhöhung der Projektplätze von 30 auf 50. Auch das letztjährig lancierte Projekt «Ein Tag als Landwirtin» stiess wiederum auf Interesse. Schweizweit waren 96% aller Projektplätze (162 Plätze) ausgebucht, selbst im Kanton Bern, wo das Angebot speziell breit angelegt war. Die bereits bekannten Spezialprojekte für Mädchen liefen auch dieses Jahr sehr gut. Im Vergleich zum letzten Jahr wurde eine Zunahme um 181 Plätze in den Projekten «Mädchen-Technik-los!» (1‘277 Plätze) und «Mädchen-Informatik-los!» (987 Plätze) verzeichnet. Leider erreichte uns aber kurz vor dem Zukunftstag die Nachricht, dass die Firma Trumpf Maschinen AG ihr Angebot im Bereich «Mädchen-Technik-los!» aufgrund der Produktionseinstellung am Standort Baar zurückziehen musste. Glücklicherweise wurde für die 25 Mädchen eine Alternative gefunden.

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Ausgewählte Artikel:

Gewalt gegen Frauen stoppen

Gewalt gegen Frauen ist nicht tolerierbar

Stellungnahme zu den Übergriffen an Frauen in Deutschland und der Schweiz

Zitat: In der Silvesternacht 2015/16 sind am Kölner Hauptbahnhof zahlreiche Frauen bestohlen und sexuell belästigt worden. Mehr als 500 Anzeigen sind dazu bislang bei der Polizei eingegangen. Laut Polizei beschrieben die Zeugen die Täter als „nordafrikanisch“ oder „arabisch“ aussehend. Die Polizei hat mehr als 30 Verdächtige identifiziert. Auch in anderen Städten gab es Übergriffe an Silvester. Erst durch Berichte von Beamten war das Ausmaß der Straftaten in der Silvesternacht bekannt geworden. Nun ermittelt die Polizei wegen Verletzung des Dienstgeheimnisses (Zitat Ende, Die Zeit, online). Auch in der Schweiz, insbesondere in Zürich, war es zu Übergriffen gekommen.

Nulltoleranz

Ob die Übergriffe geplant oder spontan erfolgten, ist nicht entscheidend. Gewalt allgemein und an Frauen im Speziellen ist nicht tolerierbar. Die Gleichstellungskommission des Kantons Schwyz hatte an ihrer letzten Sitzung das heikle Thema traktandiert. Zu oft wird Gewalt gegen Frauen verharmlost und tabuisiert. Keine Frau darf aufgrund ihres Geschlechts Gewalt oder Diskriminierung erleiden. Die Diskussion und Konfrontation mit dem Thema ist und war wichtig; gerade im Hinblick auf die Flüchtlingswelle in den europäischen Ländern.

Häusliche Gewalt nicht aus den Augen verlieren

Bei aller Bestürzung für die schwer fassbaren und begreifbaren Ereignisse in Deutschland und der Schweiz darf die „häusliche Gewalt“ nicht aus den Augen verloren gehen. Sie ist die am meisten verbreitete Form von Gewalt gegen Frauen. Jede zweite Woche stirbt in der Schweiz eine Frau an solchen Folgen. Gewalt von Frauen an Männern in den eigenen vier Wänden ist ebenfalls Realität. Häusliche Gewalt geschieht leider in allen sozialen Schichten. Die Gleichstellungskommission will deshalb unmissverständlich festhalten, dass Gewalt – unabhängig – von Herkunft, Religionszugehörigkeit oder „im Hause“ – nicht tolerierbar ist. Wir alle sind dazu aufgerufen, aktiv für unsere gesellschaftlichen Werte und für die Nulltoleranz gegenüber Gewalt in unserem Kanton und dem ganzen Lande einzustehen.

Gleichstellungskommission Kanton Schwyz

Für weitere Auskünfte: Doris Beeler, Präsidentin, gleichstellung(Replace this parenthesis with the @ sign)gksz.ch

Rückblick auf den Zukunftstag 2015

Grundprogramm und Spezialprojekte

Bundesrat Johann Schneider-Ammann besucht technikinteressierte Mädchen an der Technischen Fachschule Bern.
Schweizweit sowie im Fürstentum Liechtenstein führten 541 Betriebe, Fach- und Hochschulen Spezialprojekte durch und boten insgesamt 4‘392 Projektplätze an. Das entspricht einer Steigerung von 22% im Vergleich zum Vorjahr. 2‘765 Plätze für Mädchen und 1‘627 für Jungs wurden ausgeschrieben. Mit wenigen Ausnahmen waren die Plätze vollständig ausgebucht. Selbst Betriebe, die sich noch kurz vor dem Zukunftstag anmeldeten, konnten ihre Plätze besetzen. In vielen Regionen war die Nachfrage immer noch höher als das Angebot, so beispielsweise in Zug, Zürich und im Tessin.

Auch am Grundprogramm nahmen mehr Unternehmen teil. Auf der Website haben sich 250 Betriebe neu angemeldet, so dass die Liste der teilnehmenden Betriebe mittlerweile 2‘100 Einträge umfasst.

Der Zukunftstag lancierte zum 15-jährigen Bestehen zwei neue Projekte. Die Mädchen schlüpften in die Rolle einer Landwirtin, während die Jungs ihr Geschick im Beruf des Tierarztes erprobten. Unterstützt werden diese neuen Projekte von der Oda AgriAliForm (Schweizer Bauernverband) und von der Gesellschaft der Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte.

„Ein Tag als Landwirtin“ war in fast allen Regionen sofort ausgebucht. 102 Mädchen profitierten vom Angebot. Am landwirtschaftlichen Zentrum in Cham begann das Programm schon um sechs Uhr. Alle Teilnehmerinnen standen am 12. November pünktlich und voller Vorfreude vor dem Hof.

Auch das Interesse der Buben am Projekt „ein Tag als Tierarzt“ war gross. Die 97 Plätze waren innerhalb kurzer Zeit vergeben. Trotz mehreren Nachfragen bei Klein- und Grosstierpraxen konnte das Platzangebot nicht erweitert werden. Ein Grund liegt sicher darin, dass am Donnerstag einige Tierpraxen geschlossen sind. Ausserdem fragen zahlreiche Kinder Tierärztinnen und Tierärzte direkt für einen Schnuppertag im Rahmen des Zukunftstags an. Eine breitere Informationskampagne mit der Unterstützung der Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte GST sollte diese Situation nächstes Jahr verbessern.

Nebst den neuen nationalen Projekten ergänzten einige Kantone das Programm mit eigenen Spezialprojekten. In Genf schlüpften die Mädchen in die Rolle einer Dirigentin (Et si je devenais cheffe d’orchestre?) oder Bühnentechnikerin (Lumière sur les métiers techniques de la scène: à vous de jouer les filles!) und die Jungs übten sich im zeitgenössischen Tanz (Danse contemporaine: les garçons à la pointe) oder entdeckten die Botanik (Botanista: explorateur du monde végetal). In Graubünden sowie in Genf konnten die Schülerinnen am Mädchenparlament teilnehmen.

Die bereits bekannten Spezialprojekte liefen auch dieses Jahr sehr gut. Besonders erwähnenswert ist die Zunahme der Plätze in den Spezialprojekten „Mädchen-Technik-los!“ und „Mädchen-Informatik-los!“. Eine erhöhte Anzahl Projektplätze konnte auch bei den Jungs verzeichnet werden, insbesondere in Kindertagesstätten und bei „Ein Tag als Profipfleger“.

Zusätzliche Betriebe für eine Teilnahme an den Spezialprojekten zu gewinnen, war auch dieses Jahr eine Herausforderung. Trotz der Unterstützung der Verbände hat die Geschäftsstelle von Mai bis September hunderte von Anfragen verschickt, Anzeigen publiziert und in Regionalradios die Firmen zur Teilnahme aufgerufen. Ausserdem wurden zahlreiche Betriebe telefonisch kontaktiert. Grössere Betriebe (u.a. auch Spitäler) für eine Teilnahme zu gewinnen erwies sich als besonders schwierig. Diese Organisationen erwarten Hunderte von Anmeldungen von internen Kindern und sagen eine Teilnahme an den Spezialprojekten häufig aus Kapazitätsgründen ab. Einige Spitäler haben jedoch Plätze für 2016 in Aussicht gestellt.

Medienberichte zum Zukunftstag

Der Besuch des Bundesrates Johann Schneider-Ammann an der Technischen Fachschule Bern wurde oft in den Medien erwähnt. Auch die Hauptausgabe der SRF-Tagesschau sendete einen Beitrag dazu.

Eine erste Durchsicht der Medienberichte zeigt, dass längere Presseberichte auf den Seitenwechsel eingehen und nebst dem Grundprogramm auch die Spezialprojekte präsentiert werden.

Bis zum 17. November sind 600 Artikel zum Zukunftstag in Online- und Printmedien erschienen. 22 Radio- und 16 TV-Sendungen berichteten über den Zukunftstag. Auch auf Social Media Plattformen war der Zukunftstag ein Thema. 115 Beiträge wurden auf Twitter gezählt.

Besuch der Website

Die Website des Zukunftstags verzeichnete dieses Jahr noch mehr Besucherinnen und Besucher. Seit Anfang Jahr wurde die Seite 181‘300 Mal aufgerufen (2014: 157‘455 Mal). Die Anzahl Aufrufe lag ab dem 31. August bei über 1‘000 pro Tag (ohne Wochenende). Ab Mitte September waren es dann jeweils über 2‘000 Aufrufe pro Tag, und vom 14. Oktober bis zum Zukunftstag wurde unsere Seite täglich 3‘000 bis 4‘000 Mal besucht. Am Zukunftstag selber verzeichnete die Seite gar 6‘200 Besuche (2014: 5‘816). Bei Google Schweiz lag der Zukunftstag am 12. November zeitweise auf Platz eins bei den Suchbegriffen und wurde somit unter den Google-Trends ganz oben auf der Liste aufgeführt.

Zusammenarbeit mit Berufsverbänden

Im Allgemeinen lief die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Berufsverbänden gut. Besonders aktiv war dieses Jahr wieder der Baukader Schweiz. Der Verband hat die Anfragen bei den Bauschulen gemacht, das Angebot zusammengestellt, die Anmeldungen verwaltet und zusammen mit dem Baumeisterverband die Öffentlichkeitsarbeit übernommen. Sehr gut angelaufen ist die Zusammenarbeit mit der OdA AgriAliForm (Bauernverband). Beim Informatikprojekt wurden wir neu vom Verband Swico unterstützt, der in Fachzeitschriften und über Social Medias Informatikbetriebe für eine Teilnahme aufgerufen hat.
Der Verband Schweizerischer Schreinermeister und Möbelfabrikanten (VSSM) konnte sich aus Ressourcengründen dieses Jahr nur minim engagieren. So übernahm der Zukunftstag die Suche nach Projektplätzen sowie die vollständige Administration der Anmeldungen. Bei SwissICT und CURAVIVA führten unvorhergesehene Engpässe im Personal dazu, dass der Zukunftstag viele Aufgaben selber übernehmen musste.

Beteiligung der Schulen

Zahlreiche Lehrpersonen haben die Schülerinnen und Schüler gruppenweise angemeldet oder sie bei der Wahl eines Spezialprojekts unterstützt. Zahlreiche Telefonate mit Eltern und Lehrpersonen haben gezeigt, dass sie den Seitenwechsel deutlich besser unterstützen als in den Vorjahren und sie den Zukunftstag von einem normalen Schnuppertag unterscheiden.

Wie in den letzten Jahren gibt es immer noch Lehrpersonen bzw. Schulen, die die Planung des Zukunftstags kurzfristig angehen. Die Flyer werden zu spät verteilt und die Kinder nicht genügend informiert. Die betroffenen Kinder haben nicht die gleichen Wahlmöglichkeiten, wie die anderen Kinder. Einige Mädchen und Jungs waren gar zu spät für eine Anmeldung.

Rückmeldungen und Evaluation

Seit dem Zukunftstag haben wir zahlreiche Rückmeldungen erhalten. Sie zeigen ein positives Bild, wie zum Beispiel nachfolgende Rückmeldung:

Im Namen unserer Tochter möchten wir uns sehr für die sehr gelungene Durchführung beim gesamten Team von Losinger Marazzi AG bedanken. Für Alizah war das Projekt eher eine Notlösung und nicht etwa Schnuppern im Traumberuf. Umso erstaunlicher, dass sie voller Begeisterung über die Baustelle und die kompetenten Damen am Bau berichtet hat. Wir hatten das Gefühl, dass sie neue Eindrücke gesammelt und tatsächlich etwas gelernt hat. Daneben war der Anlass sehr gut geplant und und unsere Tochter fühlte sich wohl und ernst genommen. Auch nicht unbedingt selbstverständlich, wenn man als 6-Klässlerin einen Tag mit Menschen verbringt, die man zuvor niemals gesehen hat.

Beratungsgespräche mit den Betrieben und Organisationen haben gezeigt, dass viel in die Gestaltung der Programme für die Mädchen und Jungen investiert wurde.

Diese Woche erhalten alle Schülerinnen und Schüler, die an den Spezialprojekten teilgenommen haben, eine kurze Umfrage. Wir wollen erfahren, ob sie sich vorstellen können später den Beruf zu ergreifen, den sie am Zukunftstag kennengelernt haben. Ausführlichere Umfragen haben die Kinder erhalten, die an den neuen Spezialprojekten „Ein Tag als Landwirtin“ und „Ein Tag als Tierarzt“ teilgenommen haben. Ausserdem wird auch bei den Teilnehmerinnen von „Mädchen-Informatik-los!“ eine ausführliche Umfrage durchgeführt. Die Resultate der Erhebungen werden Ende Dezember vorliegen.

Das Team der Geschäftsstelle und die Koordinatorin der Westschweiz bedanken sich herzlich für Eure Mitwirkung beim Nationalen Zukunftstag 2015!

Cham, 18. November 2015
Isabelle Santamaria, Sonja Plüss und Emilie Sanglard

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Hotel Wysses Rössli, Schwyz – Mythensaal
Eintreffen ab 18.00 Uhr
Veranstaltungsbeginn 18.45 Uhr

Weitere Infos und Anmeldung hier.