Entscheide nach Gleichstellungsgesetz / Medienmitteilung

Die eigenen Rechte kennen: neuer Ratgeber zum Gleichstellungsgesetz

Das Bundesgesetz über die Gleichstellung von Frau und Mann ist bei Arbeitnehmenden und Arbeitgebenden noch immer nicht genügend bekannt. Aber auch Gerichte wenden das Gleichstellungsgesetz oft nicht oder falsch an. Genau hier setzen die Website www.gleichstellungsgesetz.ch und ein neuer Ratgeber durch umfassende Informationen an und unterstützen alle Beteiligten auf dem Weg zur tatsächlichen Gleichstellung.

Das Gleichstellungsgesetz (GlG) vom 1. Juli 1996 verbietet Diskriminierung aufgrund des Geschlechts im Erwerbsleben: Von der Anstellung über den Lohn, die Weiterbildung, Beförderung, Aufgabenzuteilung, die Ausgestaltung der Arbeitsbedingungen und die Kündigung bis zur sexuellen Belästigung am Arbeitsplatz. Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist es essentiell, die eigenen Rechte zu kennen, um sie selbstbewusst einfordern zu können.

Konstanter Anstieg dokumentierter Diskriminierungsfälle

Seit 1998 werden alle deutschsprachigen Entscheide zu Diskriminierungen im Erwerbsleben in der Datenbank www.gleichstellungsgesetz.ch aufgeschaltet. Interessierte finden auf der Webseite zusätzlich zu den Entscheiden und relevanten Gesetzestexten auch eine Wegleitung durch die kantonalen Gerichtsinstanzen.

Im Jahr 2018 wurden 48 neue Fälle aufgeschaltet. Per Ende Dezember 2018 waren damit total 814 Fälle in der Datenbank dokumentiert. Die neu dokumentierten Fälle zeigen, dass es nach wie vor besonders in den Bereichen Lohngleichheit, diskriminierende Kündigung und sexuelle und sexistische Belästigung zu Ungleichbehandlungen kommt.

Neben Lohndiskriminierung und sexueller und sexistischer Belästigung am Arbeitsplatz ist weiterhin ein Anstieg von Fällen, in denen es um Diskriminierungen aufgrund von Schwangerschaft und Mutterschaft geht, festzustellen. Wie virulent das Thema ist, illustriert der Fall einer Service Managerin (Fall Nr. 346) aus dem Jahr 2017 auf www.gleichstellungsgesetz.ch. Mit der neuen Stichwortsuche kann auf www.gleichstellungsgesetz.ch neu auch nach Fällen im Zusammenhang mit sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität gesucht werden, so zum Beispiel Fall Nr. 344, wo ein*e Lagerist*in aufgrund ihrer Transidentität Anzüglichkeiten und verbalen sexistischen Entgleisungen am Arbeitsplatz ausgesetzt war. Damit werden auch solche Diskriminierungen im Erwerbsleben sichtbarer gemacht.

In beiden Fällen kam es zu einer durch die kantonale Schlichtungsbehörde nach Gleichstellungsgesetz erzielten Einigung, bei welcher die Arbeitgeberinnen sich zur Zahlung einer Entschädigung verpflichteten.

Bewährter Ratgeber neu für alle Kantone

Der konstante Anstieg der auf www.gleichstellungsgesetz.ch dokumentierten Fälle zeigt aber auch, dass das Gleichstellungsgesetz immer noch nicht genügend bekannt ist – weder bei Arbeitnehmenden noch bei Arbeitgebenden, aber auch nicht bei den Gerichten. Letzteres verdeutlicht die Analyse der kantonalen Rechtsprechung nach Gleichstellungsgesetz, welche 2017 im Auftrag des
Eidgenössischen Büros für die Gleichstellung von Frau und Mann erstellt wurde: In zahlreichen Fällen haben Gerichte das Gleichstellungsgesetz nicht oder falsch zur Begründung eines Urteils herangezogen.

Neu gibt es auf der Datenbank www.gleichstellungsgesetz.ch einen deutschsprachigen “kantonsunabhängigen” Ratgeber. Dieser gibt Auskunft über allgemeingültige Informationen zum Gleichstellungsgesetz und verweist für kantonale Besonderheiten auf die Verfahrensabläufe der jeweiligen Kantone auf der Website www.gleichstellungsgesetz.ch. Der Ratgeber erläutert alle Anwendungsbereiche des Gesetzes anhand von Beispielen und gibt Tipps zum konkreten Vorgehen, falls Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eine Diskriminierung aufgrund des Geschlechts vermuten. Wie die beiden oben erwähnten Beispiele zeigen, spielen dabei auch die kantonalen Schlichtungsbehörden nach Gleichstellungsgesetz eine bedeutende Rolle.

Informationen für alle Landesteile

www.gleichstellungsgesetz.ch und der “kantonsunabhängige” deutschsprachige Ratgeber zum Gleichstellungsgesetz sind ein Kooperationsprojekt aller Deutschschweizer Fachstellen für Gleichstellung. Kantonsspezifische deutschsprachige Ratgaber liegen für die Kantone Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Bern, Freiburg, Luzern, Wallis und Zürich vor.

Die Rechtsprechung zu Fällen aus der französischsprachigen Schweiz ist auf www.leg.ch
publiziert. Kantonsspezifische französischsprachige Ratgeber gibt es in den Kantonen Waadt, Bern, Freiburg, Genf, Jura und Wallis.

Fälle aus der italienischsprachigen Schweiz finden sich auf www.sentenzeparita.ch.

Für Auskünfte und weitere Informationen:

  • Binh Tschan (Deutsch), Juristin der Fachstelle für Gleichstellung der Stadt Zürich,
    Tel. 044 412 48 63
  • Colette Fry (français), Directrice du Bureau de la promotion de l’égalité entre femmes et hommes et de prévention des violences domestiques du canton de Genève,
    Tel. 022 388 74 50
  • Rachele Santoro (italiano), Delegata per le pari opportunità,
    Tel. 091 814 45 00

Pressemitteilung der Gleichstellungskommission des Kantons Schwyz

Die Gleichstellungskommission des Kantons Schwyz (GKSZ) kommentiert die unzutreffenden Äusserungen eines ehemaligen Mitglieds der GKSZ nicht. Sie entsprechen lediglich dessen persönlicher Ansicht und spiegeln in keiner Art und Weise die Haltung der GKSZ wieder.

Die GKSZ ist eine kantonale Kommission, welche vom Regierungsrat des Kantons Schwyz gewählt wird. Die GKSZ informiert die Öffentlichkeit über gleichstellungsrelevante Themen, z.B. mit Publikationen, Veranstaltungen oder auf unserer Website. Sie unterstützt mit ihrem Wissen Personen und Organisationen aus der Bevölkerung, Privatwirtschaft, Politik sowie Bildung und Wissenschaft. Des Weiteren berät sie Behörden und Amtsstellen in Fragen der Gleichstellung, verfasst Stellungnahmen zu gleichstellungsrelevanten Themen und arbeitet in Arbeits- und Projektgruppen mit. Die GKSZ unterstützt den Regierungsrat darin, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern, sie entwickelt Konzepte und Massnahmen für die Verwirklichung der Gleichstellung von Frau und Mann im Kanton Schwyz und realisiert Projekte zu jährlichen Schwerpunktthemen. Sodann vertritt sie den Kanton Schwyz im gesamtschweizerischen Netzwerk der Gleichstellungsbeauftragten.

Ihre Aufgaben erfüllt die Kommission entsprechend ihrem gesetzlichen Auftrag und mit viel En-gagement und Interesse. Weitere Informationen sind unter www.gksz.ch einsehbar.

Die Gleichstellungskommission Kanton Schwyz

17.Februar 2019

Videospot «halbe-halbe» zum Tag der Frau

Am Internationalen Tag der Frau lanciert die Eidgenössische Kommission für Frauenfragen EKF den Videospot «halbe-halbe». Sie will damit mehr Frauen für politische Ämter motivieren – und die Parteien auffordern, die dafür notwendigen Voraussetzungen zu schaffen.

Schwyz muss endlich die Lohncharta unterzeichnen

Medienmitteilung der Gleichstellungskommission SZ vom 23. Februar 2018

Morgen Samstag, 24. Februar, findet der Equal Pay Day 2018 statt. Dieser Tag steht sinnbildlich dafür, wie viel länger Frauen im Durchschnitt arbeiten müssen, um auf den gleichen Lohn zu kommen wie Männer. Um die 15.1% Differenz aufzuholen, müssen Frauen also 55 Tage länger arbeiten.

Eine Möglichkeit, um etwas gegen die Lohnungleichheit zu tun, stellt die “Charta der Lohngleichheit im öffentlichen Sektor” dar. Sie verpflichtet die unterzeichnenden Kantone und Gemeinden, Sensibilisierungsarbeit zu leisten, ihre eigenen Löhne regelmässig zu überprüfen und die Lohngleichheit auch bei Aufträgen an Private von diesen einzufordern. “Es ist höchste Zeit, dass auch die Schwyzer Regierung die Charta unterzeichnet”, meint Doris Beeler, Präsidentin der Schwyzer Gleichstellungskommission, “sie darf die Lohnungleichheit nicht länger einfach hinnehmen.”

Eine weitere Massnahme, die getroffen werden muss, ist die momentan im nationalen Parlament diskutierte Änderung des Gleichstellungsgesetzes, mit der mittlere und grosse Unternehmen verpflichtet würden, alle vier Jahre eine Lohngleichheitsanalyse durchzuführen. “Um Lohngleichheit zu erreichen, braucht es volle Transparenz”, so Beeler dazu.

Kontakt:
Doris Beeler, Präsidentin GKSZ, 076 539 23 43, dorisbeeler(Replace this parenthesis with the @ sign)bluewin.ch.
Elias Studer, Medienverantwortlicher GKSZ, 079 928 11 05, elias.studer(Replace this parenthesis with the @ sign)bluewin.ch.

Mehr Infos:
Zum Equal Pay Day: www.equalpayday.ch
Zur Lohncharta: https://www.ebg.admin.ch/ebg/de/home/themen/arbeit/plattform-lohngleichheit/engagement-des-oeffentlichen-sektors/charta-der-lohngleichheit-im-oeffentlichen-sektor.html
Zur parlamentarischen Beratung betreffend Lohngleichheitsanalysen: https://www.bj.admin.ch/bj/de/home/aktuell/news/2017/ref_2017-07-050.html

Medienmitteilung zum nationalen Zukunftstag vom 9. November

Schulkinder entdecken ihre Talente

Am 9. November, dem Nationalen Zukunftstag, können Jugendliche wiederum die Vielfalt des Berufslebens kennenlernen. Unter dem Motto «Seitenwechsel» begleiten Schüler und Schülerinnen ihre Eltern einen Tag lang im Betrieb oder nehmen an einem Spezialprojekt teil. Praktische Einblicke in Bau, Technik, Informatik, Schreinerei, Landwirtschaft und Waldberufe, Betreuung, Pflege, soziale Arbeit, Veterinärmedizin, Schulwesen, Coiffure und Ergotherapie sind garantiert.

Bei ihrer Berufswahl beschränken sich Mädchen und Buben nach wie vor auf wenige geschlechtstypische Berufe und lassen unzählige Arbeitsbereiche ausser Acht. Klassische Rollenbilder verharren in ihren Köpfen und hindern sie daran, ihre persönlichen Talente zu entfalten.

Hier setzt der Zukunftstag an: Mädchen und Jungen der 5. bis 7. Klasse sind eingeladen, einen Seitenwechsel zu wagen und untypische Berufswege sowie Lebensentwürfe zu erkunden. Der Zukunftstag sensibilisiert Schulkinder für eine offene Berufswahl und ermutigt sie, ihre eigenen Interessen auszuloten.

Die 12-jährige Elena erfährt an der Schleifmaschine, wie man einer Kante den richtigen Winkel verleiht. Ihre Bilanz: «Am Anfang hatte ich schon Respekt vor den Maschinen, aber das hat sich schnell gelegt. Besonders das Schweissen hat mir Spass gemacht. Und am Schluss durfte ich einen selbst gemachten Kerzenständer nach Hause nehmen.»

Leon (11) verbringt den Tag in einer Kita. Nach dem Mittagessen liest er den Kleinkindern aus einem Märchenbuch vor und begleitet sie in den Mittagsschlaf.

Spezialprojekte eröffnen Perspektiven

Im Spezialprojekt «Mädchen–Technik–los!» steuern Mädchen komplexe Maschinen

In den Spezialprojekten verbringen junge Menschen gruppenweise den Tag mit Fachpersonen, die sie an die jeweiligen Berufe heranführen und ihre Fragen beantworten: «Mädchen–Technik–los!», «Mädchen–Informatik–los!», «Mädchen–bauen–los!», «Ein Tag als Schreinerin», «Ein Tag als Landwirtin», «Mädchen entdecken Waldberufe» und für Knaben «Ein Tag als Profibetreuer», «Ein Tag als Profipfleger», «Abenteuer Schule geben», «Ein Tag in der sozialen Arbeit», «Ein Tag als Tierarzt», «Ein Tag als Coiffeur» und «Ein Tag als Ergotherapeut».

Die Spezialprojekte werden unterstützt von: CURAVIVA Verband Heime und Institutionen Schweiz, Verband Kinderbetreuung Schweiz kibesuisse, Baukader Schweiz, Schweizerischer Baumeisterverband SBV, ICT Berufsbildung Schweiz, Swissmem, Schweizerische Akademie der Technischen Wissenschaften SATW, Swiss Engineering STV, Swico, Schweizer Gewerbeverband sgv, OdA AgriAliForm, Verband Schweizerischer Schreinermeister und Möbelfabrikanten, Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein SIA, AM Suisse, Codoc, coiffureSUISSE, Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte GST und EVS/ASE ErgotherapeutInnen-Verband Schweiz.

Der Zukunftstag ist ein Projekt der Gleichstellungsfachstellen und -kommissionen der Kantone AG, AR, BE, BL, BS, FR, GE, GL, GR, LU, NE, SG, SZ, TI, UR, VS, ZG und ZH sowie der Stadt Bern, der Stadt Zürich und des Fürstentums Liechtenstein. Er wird vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI finanziell unterstützt.

Kontakt und detaillierte Auskünfte zu den Projekten:
www.nationalerzukunftstag.ch,
Isabelle Santamaria-Bucher, Geschäftsführerin, Telefon 041 710 40 06,
i.santamaria(Replace this parenthesis with the @ sign)nationalerzukunftstag.ch

Informationen zu den Angeboten in den einzelnen Kantonen erhalten Sie bei den kantonalen Fachstellen/Kommissionen für die Gleichstellung von Frau und Mann (www.nationalerzukunftstag.ch/de/zukunftstag/traegerschaft.html).

Medienmitteilung