Rückblick auf den Zukunftstag 2015

Grundprogramm und Spezialprojekte

Bundesrat Johann Schneider-Ammann besucht technikinteressierte Mädchen an der Technischen Fachschule Bern.
Schweizweit sowie im Fürstentum Liechtenstein führten 541 Betriebe, Fach- und Hochschulen Spezialprojekte durch und boten insgesamt 4‘392 Projektplätze an. Das entspricht einer Steigerung von 22% im Vergleich zum Vorjahr. 2‘765 Plätze für Mädchen und 1‘627 für Jungs wurden ausgeschrieben. Mit wenigen Ausnahmen waren die Plätze vollständig ausgebucht. Selbst Betriebe, die sich noch kurz vor dem Zukunftstag anmeldeten, konnten ihre Plätze besetzen. In vielen Regionen war die Nachfrage immer noch höher als das Angebot, so beispielsweise in Zug, Zürich und im Tessin.

Auch am Grundprogramm nahmen mehr Unternehmen teil. Auf der Website haben sich 250 Betriebe neu angemeldet, so dass die Liste der teilnehmenden Betriebe mittlerweile 2‘100 Einträge umfasst.

Der Zukunftstag lancierte zum 15-jährigen Bestehen zwei neue Projekte. Die Mädchen schlüpften in die Rolle einer Landwirtin, während die Jungs ihr Geschick im Beruf des Tierarztes erprobten. Unterstützt werden diese neuen Projekte von der Oda AgriAliForm (Schweizer Bauernverband) und von der Gesellschaft der Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte.

„Ein Tag als Landwirtin“ war in fast allen Regionen sofort ausgebucht. 102 Mädchen profitierten vom Angebot. Am landwirtschaftlichen Zentrum in Cham begann das Programm schon um sechs Uhr. Alle Teilnehmerinnen standen am 12. November pünktlich und voller Vorfreude vor dem Hof.

Auch das Interesse der Buben am Projekt „ein Tag als Tierarzt“ war gross. Die 97 Plätze waren innerhalb kurzer Zeit vergeben. Trotz mehreren Nachfragen bei Klein- und Grosstierpraxen konnte das Platzangebot nicht erweitert werden. Ein Grund liegt sicher darin, dass am Donnerstag einige Tierpraxen geschlossen sind. Ausserdem fragen zahlreiche Kinder Tierärztinnen und Tierärzte direkt für einen Schnuppertag im Rahmen des Zukunftstags an. Eine breitere Informationskampagne mit der Unterstützung der Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte GST sollte diese Situation nächstes Jahr verbessern.

Nebst den neuen nationalen Projekten ergänzten einige Kantone das Programm mit eigenen Spezialprojekten. In Genf schlüpften die Mädchen in die Rolle einer Dirigentin (Et si je devenais cheffe d’orchestre?) oder Bühnentechnikerin (Lumière sur les métiers techniques de la scène: à vous de jouer les filles!) und die Jungs übten sich im zeitgenössischen Tanz (Danse contemporaine: les garçons à la pointe) oder entdeckten die Botanik (Botanista: explorateur du monde végetal). In Graubünden sowie in Genf konnten die Schülerinnen am Mädchenparlament teilnehmen.

Die bereits bekannten Spezialprojekte liefen auch dieses Jahr sehr gut. Besonders erwähnenswert ist die Zunahme der Plätze in den Spezialprojekten „Mädchen-Technik-los!“ und „Mädchen-Informatik-los!“. Eine erhöhte Anzahl Projektplätze konnte auch bei den Jungs verzeichnet werden, insbesondere in Kindertagesstätten und bei „Ein Tag als Profipfleger“.

Zusätzliche Betriebe für eine Teilnahme an den Spezialprojekten zu gewinnen, war auch dieses Jahr eine Herausforderung. Trotz der Unterstützung der Verbände hat die Geschäftsstelle von Mai bis September hunderte von Anfragen verschickt, Anzeigen publiziert und in Regionalradios die Firmen zur Teilnahme aufgerufen. Ausserdem wurden zahlreiche Betriebe telefonisch kontaktiert. Grössere Betriebe (u.a. auch Spitäler) für eine Teilnahme zu gewinnen erwies sich als besonders schwierig. Diese Organisationen erwarten Hunderte von Anmeldungen von internen Kindern und sagen eine Teilnahme an den Spezialprojekten häufig aus Kapazitätsgründen ab. Einige Spitäler haben jedoch Plätze für 2016 in Aussicht gestellt.

Medienberichte zum Zukunftstag

Der Besuch des Bundesrates Johann Schneider-Ammann an der Technischen Fachschule Bern wurde oft in den Medien erwähnt. Auch die Hauptausgabe der SRF-Tagesschau sendete einen Beitrag dazu.

Eine erste Durchsicht der Medienberichte zeigt, dass längere Presseberichte auf den Seitenwechsel eingehen und nebst dem Grundprogramm auch die Spezialprojekte präsentiert werden.

Bis zum 17. November sind 600 Artikel zum Zukunftstag in Online- und Printmedien erschienen. 22 Radio- und 16 TV-Sendungen berichteten über den Zukunftstag. Auch auf Social Media Plattformen war der Zukunftstag ein Thema. 115 Beiträge wurden auf Twitter gezählt.

Besuch der Website

Die Website des Zukunftstags verzeichnete dieses Jahr noch mehr Besucherinnen und Besucher. Seit Anfang Jahr wurde die Seite 181‘300 Mal aufgerufen (2014: 157‘455 Mal). Die Anzahl Aufrufe lag ab dem 31. August bei über 1‘000 pro Tag (ohne Wochenende). Ab Mitte September waren es dann jeweils über 2‘000 Aufrufe pro Tag, und vom 14. Oktober bis zum Zukunftstag wurde unsere Seite täglich 3‘000 bis 4‘000 Mal besucht. Am Zukunftstag selber verzeichnete die Seite gar 6‘200 Besuche (2014: 5‘816). Bei Google Schweiz lag der Zukunftstag am 12. November zeitweise auf Platz eins bei den Suchbegriffen und wurde somit unter den Google-Trends ganz oben auf der Liste aufgeführt.

Zusammenarbeit mit Berufsverbänden

Im Allgemeinen lief die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Berufsverbänden gut. Besonders aktiv war dieses Jahr wieder der Baukader Schweiz. Der Verband hat die Anfragen bei den Bauschulen gemacht, das Angebot zusammengestellt, die Anmeldungen verwaltet und zusammen mit dem Baumeisterverband die Öffentlichkeitsarbeit übernommen. Sehr gut angelaufen ist die Zusammenarbeit mit der OdA AgriAliForm (Bauernverband). Beim Informatikprojekt wurden wir neu vom Verband Swico unterstützt, der in Fachzeitschriften und über Social Medias Informatikbetriebe für eine Teilnahme aufgerufen hat.
Der Verband Schweizerischer Schreinermeister und Möbelfabrikanten (VSSM) konnte sich aus Ressourcengründen dieses Jahr nur minim engagieren. So übernahm der Zukunftstag die Suche nach Projektplätzen sowie die vollständige Administration der Anmeldungen. Bei SwissICT und CURAVIVA führten unvorhergesehene Engpässe im Personal dazu, dass der Zukunftstag viele Aufgaben selber übernehmen musste.

Beteiligung der Schulen

Zahlreiche Lehrpersonen haben die Schülerinnen und Schüler gruppenweise angemeldet oder sie bei der Wahl eines Spezialprojekts unterstützt. Zahlreiche Telefonate mit Eltern und Lehrpersonen haben gezeigt, dass sie den Seitenwechsel deutlich besser unterstützen als in den Vorjahren und sie den Zukunftstag von einem normalen Schnuppertag unterscheiden.

Wie in den letzten Jahren gibt es immer noch Lehrpersonen bzw. Schulen, die die Planung des Zukunftstags kurzfristig angehen. Die Flyer werden zu spät verteilt und die Kinder nicht genügend informiert. Die betroffenen Kinder haben nicht die gleichen Wahlmöglichkeiten, wie die anderen Kinder. Einige Mädchen und Jungs waren gar zu spät für eine Anmeldung.

Rückmeldungen und Evaluation

Seit dem Zukunftstag haben wir zahlreiche Rückmeldungen erhalten. Sie zeigen ein positives Bild, wie zum Beispiel nachfolgende Rückmeldung:

Im Namen unserer Tochter möchten wir uns sehr für die sehr gelungene Durchführung beim gesamten Team von Losinger Marazzi AG bedanken. Für Alizah war das Projekt eher eine Notlösung und nicht etwa Schnuppern im Traumberuf. Umso erstaunlicher, dass sie voller Begeisterung über die Baustelle und die kompetenten Damen am Bau berichtet hat. Wir hatten das Gefühl, dass sie neue Eindrücke gesammelt und tatsächlich etwas gelernt hat. Daneben war der Anlass sehr gut geplant und und unsere Tochter fühlte sich wohl und ernst genommen. Auch nicht unbedingt selbstverständlich, wenn man als 6-Klässlerin einen Tag mit Menschen verbringt, die man zuvor niemals gesehen hat.

Beratungsgespräche mit den Betrieben und Organisationen haben gezeigt, dass viel in die Gestaltung der Programme für die Mädchen und Jungen investiert wurde.

Diese Woche erhalten alle Schülerinnen und Schüler, die an den Spezialprojekten teilgenommen haben, eine kurze Umfrage. Wir wollen erfahren, ob sie sich vorstellen können später den Beruf zu ergreifen, den sie am Zukunftstag kennengelernt haben. Ausführlichere Umfragen haben die Kinder erhalten, die an den neuen Spezialprojekten „Ein Tag als Landwirtin“ und „Ein Tag als Tierarzt“ teilgenommen haben. Ausserdem wird auch bei den Teilnehmerinnen von „Mädchen-Informatik-los!“ eine ausführliche Umfrage durchgeführt. Die Resultate der Erhebungen werden Ende Dezember vorliegen.

Das Team der Geschäftsstelle und die Koordinatorin der Westschweiz bedanken sich herzlich für Eure Mitwirkung beim Nationalen Zukunftstag 2015!

Cham, 18. November 2015
Isabelle Santamaria, Sonja Plüss und Emilie Sanglard

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